Die meisten Eltern stehen einem Gespräch mit den an der Erziehung beteiligten Personen entweder kritisch oder aufgeschlossen gegenüber. Um eventuelle Pannen während der Konversation zu vermeiden, sollten einige Dinge beachtet werden.

Zunächst empfiehlt es sich, einen Leitfaden für das Gespräch zu entwickeln. Dieser kann natürlich auch schriftlich formuliert sein. Somit ist eine Orientierungshilfe geschaffen, welche zu selbstbewussterem Auftreten gegenüber den Eltern führt. Das Gespräch sollte in mehrere Gesprächsteile gegliedert werden.

Zuerst kommt nach der höflichen Begrüßungsphase – welche noch Floskeln enthalten darf – die Informationsphase. Beide Gesprächsparteien haben die Möglichkeit die verschiedenen Sichtweisen darzulegen. Aktives Zuhören ist von bedeutender Relevanz. Das Wiederholen prägnanter Sachinhalte führt zu einer klaren und für beide Seiten verständlichen Kommunikation. Verständnis für das gelegentlich subjektive Empfinden der Eltern sollte der Therapeut in jedem Falle zeigen.

In dieser Phase sollten den Eltern alle für die Entwicklung ihres Sprösslings wichtigen Informationen gegeben werden. Dies sollte sachlich geschehen und auf Basis professioneller Beobachtung im Hinblick auf die Diagnose. Ebenso sollte den Eltern hier die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen, aber diese auch zu beantworten. So können Beobachtungen aus Kindergarten bzw. Schule mit dem Geschehen im familiären Umfeld und der therapeutischen Intervention abgeglichen werden. Es ist hilfreich, sich auf bereits schriftlich festgehaltene Informationen zu stützen, um sattelfest zu erscheinen. Der Vorteil hierbei ist, dass dadurch die Bereitschaft zur Mitarbeit beim Gegenüber steigt.

Der darauffolgende Schritt ist die Sammlungsphase. In dieser sollten die Fördermöglichkeiten bewusst gemacht werden. Zusammen mit den Erziehenden kann ein Bestand an Fördermöglichkeiten zusammengetragen und Ideen zur Entwicklungsförderung zur Verfügung gestellt werden. Hier empfiehlt es sich zur Förderung des Vertrauens zwischen den Eltern und den Therapeuten Hilfe anzubieten, wenn diese erwünscht ist. Nun kommt der Punkt, an dem die nächsten wichtigsten Ziele und Schwerpunkte formuliert werden müssen. Fördermöglichkeiten sollten den Eltern transparent gemacht werden um eine Überforderung des Kindes zu vermeiden.

Während der „finalen“ Phase sollten die Ziele noch einmal wiederholt und schriftlich fixiert werden, um für alle Parteien klare Richtlinien zu schaffen, die Nachhaltigkeit zu fördern und die Verbindlichkeit zu signalisieren. Nach dem ausführlichen Feedback sollte ein zukünftiges Treffen zur Rücksprache in Aussicht gestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen | Katrin Tzschöckell | Dr. Frank & Partner Berlin