Wie bereits in einem der letzten Artikel erwähnt, wird die Integration von auffälligen oder behinderten Kindern in der heutigen Gesellschaft immer wichtiger. Doch wo beginnt Integration? In vielen Schulen gibt es heute spezielle Förderklassen, die zusätzlichen Unterricht angeboten bekommen um später wieder in die „Normale“ Regelschulklasse zu wechseln. Auch gibt es viele Schulen, die im Sinne der Montessoripädagogik arbeiten um den Kindern eine gleiche Chance zu ermöglichen.

Im schulischen Bereich unterscheidet man zwischen zielgleicher und zieldifferenter Integration. Dies bedeutet, das bei zielgleicher Integration alle das gleiche Bildungsziel anstreben und bei zieldifferenter Integration das Bildungsziel sich nach den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder richtet. Um auf das Beispiel von dem Schwimmkurs zurückzukommen, würde dies bedeuten, dass Kinder Schwimmkurse mit dem Ziel des Seepferdchens besuchen oder wie bei einem autistischen Mädchen, der Schwimmkurs besucht wird, um in der Gruppe integriert zu sein und die Freude am Wasser zu haben. Laien können solch sensible Unterschiede meist nicht mit dem bloßen Auge erkennen.

Und doch ist bei längerem Beobachten klar erkennbar, dass es sich bei der zweiten Form der Integration nicht um das primäre Erlernen der Bewegungen dreht, sondern vielmehr die psychosozialen Aspekte der Gruppe und dem Element Wasser. Was aber nun wenn die „öffentlichen“ Angebote bezüglich diesem Kindes keine Möglichkeiten der Integration (z.B. aufgrund von mangelndem Fachpersonal) haben und die Chance auf einen privaten Kurs verwehrt bleiben. Beginnt dann nicht hier die Diskrimination, anstatt der Integration?

Ich freue mich auf Eure Beiträge.

Mit freundlichen Grüßen | Claudia Franz | Dr. Frank & Partner Zürich