Zuerst einmal ein Überblick über die Schizophrenie. Was ist das überhaupt?

Eine Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung. Sie beeinflusst den gesamten Menschen mit seiner Persönlichkeit auf unterschiedlichste Arten und Ebenen. Menschen mit einer Schizophrenie neigen dazu, den Bezug zur Realität zu verlieren. Das Verhältnis ist gestört und dadurch sind diese Menschen in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Aber nicht nur die Persönlichkeit scheint betroffen, sondern auch das Denken. Die Gedanken sind oft zerstreut und brechen zum Teil einfach ab. Das Denken wirkt verlangsamt. Bewegungen können ebenfalls beeinträchtig sein. Eine Bewegung kann völlig erstarren oder die Bewegung kann eingeschränkt sein. Ein weiterer Punkt ist die Gefühlswahrnehmung. Diese kann ebenfalls getrübt sein. Betroffene haben Mühe, Gefühle überhaupt noch wahrzunehmen oder sie verflachen. Sie können dementsprechend sehr „gefühlskalt“ oder „abwesend“ wirken.

Um die Ursachen einer Schizophrenie zu erforschen, sollte zunächst einmal genauer überprüft werden, um welche Art der Schizophrenie es sich handelt. Hier wird wie folgt unterteilt:

  • Herrschen Wahn und Halluzinationen vor: Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie
  • Treten vor allem Symptome auf, die sich auf die Motorik auswirken: Katatone Schizophrenie
  • Ist vor allem das Gefühlsleben der Betroffenen gestört: Hebephrene Schizophrenie
  • Stehen Symptome wie Antriebsmangel, Gefühlsarmut und sozialer Rückzug im Vordergrund: Residuale Schizophrenie
  • Schizophrenia simplex ist eine Form der Schizophrenie, bei der die Betroffenen unter wenigen Symptomen leiden und diese nicht sehr ausgeprägt erleben. Vor allem Wahn und Halluzinationen fehlen bei dieser Form.

Wenn also eine genauere Zuordnung stattgefunden, sollte eruiert werden, wie es zu der Schizophrenie kam. Zudem sollte aber klar sein, dass eine genaue Ursachenforschung nur schwer möglich ist. In der heutigen Zeit wird von Faktoren gesprochen, die eine Schizophrenie begünstigen. Hier spielt der familiäre Hintergrund eine Rolle sowie biologische Störungen, genetische Faktoren, als auch die persönliche Lebensgeschichte.

Was sind die Symptome einer Schizophrenie?

Hier erfolgt nur eine kurze Auflistung der Symptome. Wichtig zu wissen ist, dass es eine Kombination verschiedener Symptome sein kann.

  • Positivsymptome: vor allem Wahn und Halluzination
  • Negativsymptome: z.B. Antriebsmangel und Gefühlsarmut
  • Ich-Störungen
    • Depersonalisation: Eigene Gedanken, Gefühle oder Körperteile empfindet der Betroffene als fremd, als nicht zu sich gehörig.
    • Derealisation: Die Umwelt wird als unwirklich und andersartig erlebt.
    • Gedankenausbreitung: Der Schizophrene hat das Gefühl, dass sich seine Gedanken im Raum ausbreiten und andere sie hören können.
    • Gedankenentzug: Betroffene glauben, dass ihre Gedanken von außen entzogen bzw. weggenommen werden.
    • Gedankeneingebung: Der Betroffene glaubt, dass seine Gedanken von außen eingegeben sind.
    • Fremdbeeinflussung: Eigenes Handeln wird als von außen gesteuert erlebt. Betroffene fühlen sich wie eine Marionette.
  • Formale Denkstörungen
  • Affektive Störungen
  • Psychomotorische Störungen

Die Therapie:

Die Behandlung erfolgt mit sogenannten Psychopharmaka. Psychopharmaka sind Medikamente, die die Psyche der Betroffenen beeinflussen. Zudem sollte unbedingt eine Psychotherapie in Anspruch genommen werden.

Aber auch die Ergotherapie kann hier eine sehr wichtige Rolle einnehmen. Die Ergotherapie arbeitet Hand in Hand mit der Psychotherapie. Hier können bestimmte Inhalte des Psychotherapeuten nochmals vertieft werden, um diese noch intensiver zu verinnerlichen und den Prozess weiter zu festigen. Themen in der Ergotherapie sind zum Beispiel das Herstellen von Realitätsbezügen. Wie ist die Sicht auf aktuelle Themen, kann das so richtig sein? Aber auch die Unterstützung im Alltag kann die Ergotherapie übernehmen. Es wird versucht, einen möglichst regulären Tagesablauf zu schaffen und den Alltag zu stabilisieren. Denn Ordnung und Struktur schafft Sicherheit und nur in einem sicheren Umfeld fühlt er sich wohl und kann gut arbeiten. Hier entsteht nicht so schnell Stress und Unruhe, die den Betroffenen aus der Bahn werfen konnten. Zudem sollte in der Ergotherapie auch an der Handlungsfähigkeit gearbeitet werden. Strukturierte Tätigkeiten schaffen hier auch wieder Sicherheit und einen gewohnten Ablauf. So kann in der Ergotherapie der Prozess unterstützt werden und die Belastbarkeit langsam wieder gesteigert werden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meinem Artikel einen kleinen Einblick verschaffen und freue mich über Kommentare.

Mit freundlichen Grüßen | Benjamin Haverkamp | Dr. Frank & Partner Zürich