Erziehungsstile spielen in der Behandlung pädiatrischer Klienten eine große Rolle. Dieser entscheidet viel über die Kommunikationsart zwischen Therapeut und Kind, über den Aufbau des therapeutischen Settings und über die einzusetzenden Methoden.

Diana Baumrind versuchte 1960 verschiedene Erziehungsstile in ein Raster einzufassen und ergänzte die Darstellung um zwei Dimensionen (“Kontrolle/Lenkung“ = Wärme/Zunehigung und „Responsivität“= Lenkung). Orientiert man sich somit im Erzieherischen Verhalten nach oben links im Quadrat, spricht dies für eine große Akzeptanz und Zuwendung zum Kind, aber für wenig Vorgabe von Regeln und Grenzen. Orientiert man sich eher unten rechts im Quadrat spricht dies für große Kontrolle, harte Stränge und wenig Emotionalität.

Permissiv

Eltern setzen kaum Regeln und Grenzen, es gibt kaum Kontrolle und Konsequenzen, gegenüber dem Kind herrscht jedoch große Akzeptanz und Zuneigung

z.B. Verwöhnend-verzärtelnder Erziehungsstil

Autoritativ

(hohe Kontrolle und Akzeptanz) Eltern setzen viele klare Regeln und Standarts, auf deren Einhaltung stark geachtet wird, es herrscht jedoch eine offene Kommunikation, das Kind wird in seinen Bedürfnissen geachtet und ernst genommen

z.B. Demokratischer Erziehugnsstil oder egalitärer Erziehungsstil

Vernachlässigend

Eltern setzen weder Regeln und Grenzen, noch bringen Sie dem Kind emotionale Wärme entgegen.

z.B. Laissez-Faire-Erziehungsstil oder negierender Erziehungsstil

Autoritär

Eltern setzen klare Regeln und Grenzen, welche nicht hinterfragt werden dürfen, bei Missachtung erfolgen harte Strafen, nur wenig emotionale Wärme

z.B. Autokratische Erziehungsstile

Im therapeutischen Setting ist es besonders wichtig, die Komponente der Lenkung zu berücksichtigen. Schließlich ist es das Ziel eines Therapeuten, einem Kind seine Stärken aufzuzeigen und an Defizite gemeinsam zu arbeiten. In einem Setting, das nach wenig Lenkung strebt, kann es vorkommen, dass Kinder allzu oft Aufgaben, die einen herausfordernden Charakter haben, ablehnen oder verweigern. Ein individuelles Einsetzen verschiedener Stile ist häufig schwierig, führt jedoch Kinder umso mehr zum Erfolg.

Als Beispiel wäre dort ein Kind mit großen Insuffizienzängsten zu sehen, dass unter anderem in sozialen Interaktionen leicht phobisch reagiert. Ein solches Kind bedarf eine große Empathie, viel Zuwendung und einen Raum, indem es sich entfalten kann, Selbstvertrauen entwickelt und sein Selbstwertgefühl stärkt.

Ein Kind mit oppositionellem Verhalten benötigt häufig eine sehr klare Struktur, klar erkennbare und abgrenzbare Regeln und Grenzen sowie verlässliche Konsequenzen beim Nichteinhalten dieser, natürlich in einer respektvollen und liebevollen Atmosphäre.

Besonders heute, da Erziehungsstile häufig sehr umstritten diskutiert werden und Eltern mit großen Unsicherheiten den erzieherischen Alltag entgegentreten, ist es wichtig, durch umfassendes Wissen und Kenntnisse sowie viel Feingefühl den Fragen der Eltern beratend entgegenzutreten und in der Rolle des Erziehenden zu stärken und zu unterstützen.

Haben Sie Anregungen zu diesem Thema? Über Ihren Kommentar würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen | Sabrina Huschke | Dr. Frank & Partner München