Unter Polyneuropathie werden Störungen des peripheren Nervensystems zusammengefasst, bei denen es zu einer Demyelenisierung der Nerven oder auch zu Schädigungen direkt am Axon, dem Zellfortsatz, kommt. Hierdurch entstehen Missempfindungen, Taubheitsgefühle, aber auch Koordinationsstörungen der Extremitäten aufgrund der mangelnden propriozeptiven Wahrnehmung, und auch vegetative Störungen der Haut oder verschiedener Organe. Die Polyneuropathie ist jedoch keine Erkrankung, sondern vielmehr ein Symptom, dass bei unterschiedlichen Grunderkrankungen zu finden ist.

Als wohl bekannteste Ursache lässt sich der Diabetes mellitus aufführen. Hierbei kommt es zu einem Abbau der Nervenfasern, wodurch die typische Symptomatik ausgelöst wird.

Auch toxische Ursachen können eine Zerstörung der Axone und/oder der Myelinschicht der Peripheren Nervenfasern mit sich bringen. Hier ist z.B. ein langjähriger Alkoholmissbrauch, verschiedene Giftstoffe und Medikamente zu nennen.

Einen deutlich gefährlichen Verlauf kann das Guillain-Berré-Syndrom mit sich bringen. Durch Entzündungsprozesse, welche sich beginnend von den peripheren Nerven nach proximal hin ausbreiten, werden zu Beginn starke Taubheitsgefühle oder Parästhesien an den Extremitäten ausgelöst. Da sich diese Prozesse jedoch rasch fortsetzen können, kann es zu Paresen oder Plegien der Bewegungsmuskulatur kommen, bis hin zur Lähmung der Atemmuskulatur. Bisher ist die Ursache noch nicht geklärt. Es konnten jedoch in vielen Fällen eine vorausgegangene Infektion, z.B. mit Grippeviren, nachgewiesen werden. Der Verlauf der Krankheit gestaltet sich sehr unterschiedlich. Manche Menschen leben z.B. Monatelang mit ersten neurologisches Symptomen ohne jegliche Lähmungserscheinungen, bei anderen treten diese bereits nach wenigen Stunden auf. Der Verlauf variiert ebenso von Patient zu Patient, wichtig ist eine rasche Nachversorgung und rehabilitative Maßnahmen.

Je nachdem welche Grunderkrankung vorliegt, können bei einer Polyneuropathie die Symptome und deren Ausprägung variieren. Charakterisiert wird diese jedoch durch die Parästhesien und Taubheitsgefühle, welche sich zu Beginn stets an den distalen Extremitätenenden zeigen.

Mit freundlichen Grüßen | Sabrina Huschke | Dr. Frank & Partner München