Aron Antonovsky (1923-1994) hat sich die Frage gestellt, welche Faktoren zum Gesund sein des Menschen beitragen und welche für die Wiederherstellung der Gesundheit zuständig sind. Antonovsky hat als Medizinsoziologe und Stressforscher bis 1960 in Amerika gelebt. Anschliessend wurde er an die Universität Jerusalem berufen, um die Zusammenhänge zwischen Stress und Gesundheit bzw. Krankheit zu erforschen. Sein Werk zur Salutogenese ist 1997 erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Diese abschliessende Veröffentlichung stellt zugleich sein Lebenswerk dar. Während die Pathogenese von Krankheit ausgeht und beschreibt, wie man Krankheit erklärt, behandelt oder verhindert, stellt die Salutogenese das Pendant dazu dar. Sie geht von Gesundheit aus und stellt die Frage, warum Menschen nicht krank werden und wie sie es schaffen, trotz körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung, zuversichtlich mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Anhand von Interviews und standardisierten Fragebögen untersuchte er Lebensläufe nach Faktoren, die auf eine gute Lebensbewältigung schliessen lassen. Er stellte sich die Frage, worauf es ankommt, dass sich „das Schicksal zu Guten oder zum Schlechten wendet.“ Antonovsky sucht nicht in dem Lebensproblem selbst nach einer Antwort. Vielmehr glaubt er, dass es nicht auf die Art des Problems ankommt, sondern darum, wie der Mensch grundsätzlich sein Leben bewältigt. Er definiert drei Faktoren, die er unter dem Begriff Kohärenzgefühl (Sense of Coherence –SOC) zusammenfasst. Das Kohärenzgefühl stellt eine Grundeinstellung dar, wie ein Mensch belastende Lebenssituationen wahrnimmt, verarbeitet und beantwortet. Es setzt sich demnach aus drei Faktoren zusammen:

  • Verstehbarkeit (comprehensibility)

Die Ereignisse während eines Lebens sind strukturiert, vorhersehbar und erklärbar.

  • Handhabbarkeit/Bewältigbarkeit (manageability)

Es sind Ressourcen verfügbar, mit denen man diesen Ereignissen des Lebens begegnen kann.

  • Sinnhaftigkeit/Bedeutsamkeit (meaningfulness)

Diese Anforderungen sind Herausforderungen, für die es sich Anstrengung und Engagement lohnen.

Diese Faktoren sind untrennbar miteinander verbunden. Für den einzelnen Menschen ist entscheidend, ob es besonders wichtige Lebensbereiche gibt. Emotionen, Beziehungen, Tätigkeit und existentielle Lebensfragen (z.B. Tod, Fehler machen) haben eine grosse Bedeutung.

In der Ergotherapie begegnet uns der Mensch mit all seinen Lebensereignissen, Ressourcen und Anforderungen die er an sein Leben stellt und die wiederum das Leben an ihn stellt. Wir unterstützen und fördern gezielt seine Ressourcen um ihn so auf die neuen Herausforderungen und Anforderungen des Lebens vorzubereiten und in seinem Prozess zur Gesundung zu begleiten.

Mit freundlichen Grüßen | Carola Rehm | Dr. Frank & Partner Zürich