Besonders im Bereich der psychiatrischen Erkrankungen sind häufig die sozialen Kompetenzen der Patienten betroffen und eingeschränkt. Daher ist häufig eine Gruppentherapie indiziert. Doch welche Patienten eignen sich für eine Gruppentherapie, welche Voraussetzungen sollten die Patienten mitbringen und wie ist das genaue Vorgehen des Therapeuten?

Eine Gruppentherapie sollte erst bei emotional stabileren Patienten eingesetzt werden, für Klienten in der Akutphase einer Erkrankung kann eine Gruppensituation eine starke Überforderung sein und sie ziehen sich oftmals gegenüber dem Therapeuten emotional zurück und verschließen sich. Daher ist es wichtig auch die Gruppenkonstellationen im Vorfeld zu planen. Voraussetzung für jede Gruppentherapie ist es, dass der jeweilige Therapeut zu den Mitgliedern der Gruppe schon eine gute Therapeuten-Klient Beziehung aufgebaut hat. Dann kann der Therapeut die Patienten aufgrund ihrer Persönlichkeit, den Symptomen und den Zielsetzungen kombinieren. Hier gibt es keine vorgegebene Lösung, dies muss in Verbindung mit den festgelegten Zielen des Patienten übereinstimmen (kann  gegebenenfalls z.B. mit dem COPM abgefragt werden).

Nun ist es besonders bei Patienten, die zuvor lediglich an einem Einzelsetting teilgenommen haben, vorteilhaft, wenn sie zu Beginn an einer Einzelarbeit in der Gruppe teilnehmen. Jeder kann sich soweit in die Gruppe integrieren, wie er möchte und kann, muss dies jedoch nicht zwingend. Somit können sie sich an die Arbeit in einer Gruppe gewöhnen, lernen die Mitglieder kennen und bauen auch ihnen gegenüber ein Vertrauen auf, um sich in den folgenden Reflexionsgesprächen auch gegenüber der Gruppe öffnen können und so voneinander lernen zu können. Im zweiten Schritt sollte dann mit Hilfe der interaktionellen Methode eine Gruppenarbeit ins Auge gefasst werden, um besonders die sozialen Kompetenzen untereinander zu fördern. Dies kann von einem gemeinsamen Werkstück bis hin zu einem gemeinsam geplanten Event führen. Um diese Prozesse in einer Gruppe unterstützen und steuern zu können, ist es für den Therapeuten besonders wichtig die einzelnen Sitzungen gut zu planen und sowohl auf die Bedürfnisse der Gruppenprozesse als auch auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen zu können und diesen gegebenenfalls auffangen zu können.

Mit freundlichen Grüßen | Tina Heinzelmann | Dr. Frank & Partner Berlin