Häusliche Gewalt ist in der Schweiz keine Privatsache mehr. Seit 2004 wurden in der Schweiz die Gesetze zum Thema häusliche Gewalt verschärft. So gelten diese bereits als Offizialdelikt, wenn die Partner verheiratet sind, in einer eingetragenen Partnerschaft leben oder auch gleichgeschlechtliche Partner, die zusammen leben. Gleichzeitig werden aber auch Ex-Partner im ersten Trennungsjahr dazu gezählt. Die Neuregelung ist hinsichtlich des Schutzes der einzelnen Personen als enorm wichtig anzusehen, da die Polizei nicht mehr auf die Anzeige des betroffenen Partners warten muss, sondern selbst aktiv werden kann.

Die Polizei und Justiz bekommt dadurch neuen Handlungsspielraum und kann, sollten offensichtliche Eingriffe in die psychische, physische und sexuelle Integrität statt gefunden haben, gleich und zeitnah vor Ort eine Wegweisng oder ein Kontaktverbot bis zu 14 Tage aussprechen. Die Polizei geht davon aus, das durch diese Gestzgebung der Schutz der Opfer erhebelich verbessert wurde.

Dennoch sind die Zahlen für häusliche Gewalt, speziell hier bei Kindern hoch. So musste die Kinderschutzgruppe aus dem Kinderspital Zürich 2010 in 487 Fällen dem Verdacht auf Misshandlungen nachgehen. Diese wurden zudem in 348 Fällen auch bestätigt und es wurden rechtliche Schritte eingeleitet. Zusätzlich besteht immer noch eine hohe Dunkelziffer von Fällen die nicht angezeigt werden.

Als Hilfestellung für Eltern, denen bewusst wird, dass sie mit der Situation überfordert sind und das Gefühl haben ihrem Kind etwas anzutun, aber auch Eltern die schon einmal zugeschlagen haben, dient der Elternnotruf. Hier bekommen die Eltern Unterstützung und hilfreiche Tips um das Kindeswohl nicht zu gefährden. Auch in der Ergotherapie wird zunehmend mehr Elterntraining und Elternberatung angeboten um auch auf diesem Zweig das familiäre System zu stützen.

Mit freundlichen Grüßen | Claudia Franz | Dr. Frank & Partner Zürich