Simon ist fünf Jahre alt. Seit er drei ist besucht er einen integrativen Kindergarten mit 15 Kindern in einer Gruppe. Von diesen besitzen vier Kinder einen Integrativplatz – Simon ist einer von ihnen.

In den letzten Jahren konnte er sich gut in den Alltag des Kindergartens einfügen. Seine anfängliche Schüchternheit legte sich jedoch nie ganz. Er fand kaum Kontakt zu anderen und akzeptierte irgendwann die Situation, nicht so richtig dazuzugehören. Den Integrationsplatz bekam Simon, weil er ein Frühchen war. Mit drei Jahren konnte er nur Drei-Wort-Sätze sprechen, zudem ist seine Motorik sehr verlangsamt, die Bewegungen häufig noch unkoordiniert. Neben der Logopädie soll nun auch eine ergotherapeutische Intervention starten.

Kommt man in eine integrative Einrichtung erblickt man häufig das Bild von Therapeuten, die abseits der anderen Kinder, oft räumlich getrennt, die Behandlung durchführen. Die Kinder werden aus der Gruppe geholt und abgesondert. Das ist im Falle einer Logopädie oder Physiotherapie durchaus sinnvoll, die Ergotherapie kann sich in Fällen wie diesen von Simon noch anders orientieren.

Besonders sozio-emotionale Fähigkeiten sind Basiskompetenzen, die jedes Kind im Laufe seiner Kindergartenzeit entwickeln sollte. Ohne Integration ist das kaum möglich.

In mehreren Kindertageseinrichtungen in München behandelt das Team von Dr. Frank & Partner bereits seit mehreren Jahren „integrativ“ in der Kindergartengruppe. Kinder, die sonst eher ausgeschlossen werden, dürfen sich Spielpartner aussuchen. Der Ergotherapeut stellt den Kontakt her und fördert das Kommunikationsmuster des Kindes. Das Kind wird im Laufe der Intervention persönlich gestärkt und dadurch befähigt, zunehmend alleine Kontakt zu anderen aufzunehmen. Vielen Kindern wird erst aufgezeigt, wie schön ein gemeinsames Spiel sein kann. Es wird die Freude an sozialen Interaktionen geweckt und Spielideen vermittelt.

Auch bei Kindern wie Simon, bei denen ebenso motorische Defizite im Vordergrund stehen, kann ein gemeinsames Spiel verfolgt werden. Viele Einrichtungen stellen Motorikräume zur Verfügung, in denen Gruppenspiele oder Parcours mit mehreren Kindern angeboten werden können. Auch handwerkliche Arbeiten sind in einer Parallelsituation möglich. Basteln und Malen steigert beim Angebot in einer Kleingruppe häufig sogar die Motivation aller Teilnehmenden.

Haben Sie Erfahrung mit diesem Thema gemacht? Über Kommentare würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen | Sabrina Huschke | Dr. Frank & Partner München