Beim ersten Gedanken an musikalische Förderung oder Unterstützung kommt bei den meisten Ergotherapeuten der Gedanke “ Ich bin doch kein Musiktherapeut“ und anschließend “ aber ich kann doch gar kein Instrument oder gar singen!“ Doch darum geht es in den wenigsten Fällen.

Unter musikalischer Förderung versteht man in der Ergotherapie die Möglichkeiten im auditiven oder taktilen, aber auch propriozeptiven Wahrnehmungsbereich Impulse zu setzen. Gerade bei Kindern mit AD(H)S zeigt es eine enorme Wirkung. Wenn z.B. der Therapeut durch Trommeln verschiedene kleine Takte vorgibt und die Kinder dies nachmachen, ist das schon der erste Schritt. Dies kann ganz nach Belieben des Therapeuten, der Kinder und der Zielsetzung natürlich ausgebaut werden. Die positive Wirkung entfaltet sich vor allem im Spaßfaktor. Aber auch durch üben und trainieren können Kinder mit Reizselektionsproblemen z.B. im abgedunkelten Raum oder mit geschlossenen Augen das Richtungshören trainieren. In der Gruppe bestärkt das Modell Lernen zusätzlich und die Kinder kommen über das einfache Medium Trommeln schnell in Kontakt. Gerade bei Kindern mit sozialen Ängsten oder Unsicherheiten konnten durch die musikalische Ebene „Brücken“ geschaffen werden und der Erstkontakt erleichtert werden. Durch die konstante Gruppenstruktur und das therapeutische Führen der Kinder lernt man so sich selbst zu überwinden und eigene Unsicherheiten abzubauen. Aber auch für die Körperwahrnehmung ist Trommeln eine gute Erfahrung. denn wer bestimmt denn, das die Trommel eine Trommel sein muss (und keinTopf) und das dieser immer nur auf dem Tisch oder dem Boden zu stehen hat? Vielmehr kann man auch hier wieder viele Variationen ausprobieren und in den Körper hinein spüren, was so ein Trommelschlag bewirkt.

Ich wünsche viel Spaß bei Ausprobieren.

Mit freundlichen Grüßen | Claudia Franz | Dr. Frank & Partner Zürich