Wie spannend es sein kann im geriatrischen Bereich der Ergotherapie zu arbeiten, erkennt man meist erst wenn man sich etwas genauer mit dem Thema auseinander setzt. Denn oftmals wird man von Vorurteilen, wie „Füttern/Wickeln/Spazieren gehen“ geblendet. Doch hinter der Fassade ist das Wirkungsfeld der Ergotherapie vielschichtiger als auf den ersten Blick erkennbar. Moderne Ergotherapeuten grenzen sich stark von dem Basteltanten-Niveau ab und versuchen die Bewohner in Pflegeeinrichtungen individuell nach Bedürfnissen und Wünschen, aber auch nach Können zu fördern. So erstrecken sich die Angebote von Hirnleistungstraining am PC, über rhythmische bewegungstherapeutische Methoden, bis hin zur Biografiearbeit und dem neurologisch, orthopädischen Training.

Die Zielsetzungen gehen weit über das Erhalten hinaus, hinzu dem Verbessern der motorischen Fähigkeiten und der Förderung kognitiver Fähigkeiten. denn auch im Alter kann man noch neue Dinge erlernen und sich kleinen Herausforderungen stellen. Die psychische Stabilisierung tritt deutlicher in den Vordergrund, nicht nur bei den Angehörigen, sondern auch bei den Bewohnern. Diese sehen sich zeitweise täglich mit dem Tod konfrontiert, wenn alte Klassenkameraden oder Freunde aus dem Leben scheiden. Auch im hohen Alter stellt dies eine enorme Belastung für die Psyche dar. Egotherapeuten nutzen hierbei die Möglichkeiten durch offene Kommunikation im Einzel- aber auch im Gruppengespräch, mit solchen Ereignissen umzugehen und den Menschen zu stabilisieren. Doch auch die Erinnerungen sollten nicht verbassen, jedenfalls die Guten! Dafür gehört viel Biografiearbeit, um dieses zu behalten und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dies alles und noch viel mehr dient letzendendlch nur dem einen Ziel: Für den Menschen ein Stück Lebensqualität zu ermöglichen und die Selbstständigkeit so lang es geht zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen | Claudia Franz | Dr. Frank & Partner Zürich