Im Laufe der ergotherapeutischen Behandlung bauen Patient und Ergotherapeut eine Patienten- Therapeuten-Beziehung auf. Eine wichtige Rolle dabei spielt ein ausgewogener Umgang mit Nähe und einer nötigen Distanz. Wird diese Beziehung erfolgreich gestaltet, ist der Patient mit der ergotherapeutischen Behandlung zufrieden und der Erfolg der Behandlung wird dadurch beeinflusst. Eine Dysbalance von Nähe und Distanz stellt eine Behinderung für die Klient-Therapeuten-Beziehung da.

Wir sind seit über 20 Jahren am MarktBeispiele für distanziertes Verhalten können schroffe, kühle und oberflächliche Handlungen sowie Aussagen sein. Eine übermäßige Nähe zeigt sich im aufdringlichen, gefühlsbetonten bis hin zum anbiedernden Verhalten.

Fühlt der Ergotherapeut sich vereinnahmt, an den Grenzen seines therapeutischen Handelns, können dies Zeichen für ein Ungleichgewicht sein (zu viel Nähe). Beispiele für unausgeglichenes Distanzverhalten sind aus Patientensicht, wenn dieser sich als „Nummer“ behandelt fühlt oder die Behandlung als Fließbandarbeit wahrnimmt (zu viel Distanz).

Wie gestaltet sich nun ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz erfolgreich?

Es ist die Aufgabe des Ergotherapeuten mittels Kommunikation und Interaktion eine gesunde professionelle Balance zu wählen. Diese Balance muss von Patient zu Patient neu erarbeitet werden.

Folgende Faktoren können bei dem Umgang mit Nähe und Distanz hilfreich sein:

  • Feingefühl für die Situation entwickeln und flexibel auf den Patienten eingehen (Patienten empathisch begegnen)
  • freundlich aber bestimmende Aussagen treffen und konsequent handeln
  • sich seiner Rolle des Therapeuten bewusst sein und diese stetig reflektieren (im kollegialen Rahmen vornehmen, Supervision nutzen)
  • Distanzzonen beachten bzw. sich dieser bewusst sein (situationsbedingt die gesellschaftliche Distanz von 50-80cm einhalten)
  • gesunde Abgrenzung und Neutralität wahren (z.B. bei familiären Konflikten keine Seite einnehmen, Probleme des Patienten nicht zu eigen machen)
  • Vereinnahmungen bemerken und reagieren (z.B. erlernen „Nein“ zusagen)
  • professioneller Austausch (z.B. schwierige Fälle mit Kollegen im Team besprechen)

Machen Sie sich bewusst: am Ende des Tages sind Ergotherapeuten keine Maschinen, sondern Menschen, welche ihre eigene Persönlichkeit als Instrument für die Therapie nutzen. Eine ständige Selbstreflexion der eigenen Persönlichkeit und Auseinandersetzung mit der Rolle des Ergotherapeuten ist Vorrausetzung für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Patienten.

Ich freue mich über einen regen Austausch mit Ihnen zu diesem wichtigen und komplexen Thema.

Mit freundlichen Grüßen | Katharina Krause | Dr. Frank & Partner München