Das Lübecker Fähigkeitsprofil wurde im Jahr 2000 in Form einer Promotionsarbeit von Frau Dr. med. Tanja Schirrmacher veröffentlicht. Der Titel ihrer Arbeit lautete: „Entwicklung und Validierung des Lübecker Fähigkeitsprofils (LFP) – eines Beobachtungsbogens zum Therapieverlauf für die ergotherapeutische Arbeit mit stationär behandelten psychiatrischen Patienten“. Ihr Ziel war es unter anderem, den Ergotherapeuten eine strukturierte Beobachtungshilfe zu bieten, die Kommunikation der ergotherapeutischen Beobachtung und Diagnostik zu erleichtern und ein diagnoseunabhängiges Instrument zu verfassen. Als Grundlage hat sie verschiedene ergotherapeutische Modelle ins Visier genommen (z.B. MOHO, MELBA).

Frau Schirrmacher hat ein Fähigkeitsprofil mit 26 Merkmalen erstellt, die sie übersichtlich alphabetisch angeordnet hat. Diese Merkmale hat sie wiederum in fünf Bereiche unterteilt und in die drei ergotherapeutischen Methoden (ausdruckzentriert, interaktionell und kompetenzzentriert) gegliedert. Die Bereiche umfassen die  Selbstwahrnehmung (z.B. Kreativität, Selbstbild) , Affektive/emotionale Fähigkeiten (z.B. Aggressivität, Frustrationstoleranz, Stimmung/Gefühlslage), Soziale Fähigkeiten (z.B. Durchsetzungsvermögen, Kontaktaufnahme, Teamfähigkeit, Umgang mit Kritik), Kognitive Fähigkeiten (z.B. Aufmerksamkeit, Ausdauer, Selbstständigkeit) , Lebenspraktischer Bereich (z.B. Antrieb, Feinmotorik, Problemlösen, Sorgfalt). Der Ergotherapeut beobachtet den Patienten und bewertet ihn nach diesen Einteilungen. Wichtig dabei ist die Transparenz des Therapeuten. Um eine professionelle Ergotherapie zu gewährleisten, sollten die Beobachtungen mit dem Patienten besprochen werden. Dies ist sehr wichtig für den Patienten, da ihm so aufgezeigt werden kann, wie er von anderen Menschen wahrgenommen wird und die Möglichkeit hat, über seine Stärken und Schwächen nachzudenken. Somit kann er sich weiter entwickeln so verändern.

Mit freundlichen Grüßen | Carola Rehm | Dr. Frank & Partner Zürich