Die ICF gehört zu der Familie der Klassifikationen der WHO (www.who.int/classifications/icf/en/) und dient der Beschreibung der verschiedenen Komponenten von Gesundheit und Behinderung.Die Funktionsfähigkeit und Behinderung eines Menschen ist das Resultat einer dynamischen Interaktion der verschiedenen Komponenten die den Gesundheitszustand beeinflussen. Ziel der ICF ist es, eine einheitliche Sprache zur Beschreibung der Gesundheit und der Dynamik der einzelnen Komponenten zu bekommen. In der ICF wird also nicht nur Gesundheit, sondern auch die mit Gesundheit in Zusammenhang stehenden Funktionen definiert und erläutert.

Die Informationen in der ICF werden in zwei Teile gegliedert, nämlich in „Funktionsfähigkeit und Behinderung“ und in „Kontextfaktoren“. Die Kontextfaktoren werden zudem noch in „Umweltfaktoren“ und „personenbezogene Faktoren“ und die Funktionsfähigkeit und Behinderung in das „Körpersystem“ und die „Aktivität und Partizipation“ unterteilt.

Wenn ein Gesundheitsproblem entsteht, kann es mit der Grundlage der ICF beschrieben werden auf der Ebene der Körperfunktionen- und Strukturen, der Aktivitäten, der Partizipation (Teilhabe) und ebenso mit den Umweltfaktoren und den personenbezogenen Faktoren. Alle verschiedenen Ebenen und Komponenten beeinflussen sich gegenseitig und bestimmen den Gesundheitszustand der Person. Ebenso wird jede Intervention auf einer Ebene wieder einen Einfluss auf einer anderen Ebene haben. Wird zum Beispiel ein neues Medikament gegeben, kann dies auch einen Einfluss auf die Aktivität und auf die Partizipation (Teilhabe) haben.

Auch die Ergotherapie nimmt Einfluss auf verschiedene Ebenen der ICF. Bei psychischen Erkrankungen zum Beispiel wird der Fokus im Bereich der Körperfunktionen- und Strukturen auf die mentalen Funktionen gelegt. Mit verschiedenen Methoden wird Einfluss genommen auf:

–        die Aufmerksamkeit

–        die emotionale Steuerung

–        die Gedächtnisleistung

–        die höheren kognitiven Funktionen

–        die sozioemotionalen Leistungen.

Ein extrem wichtiger Teil in der ergotherapeutischen Behandlung ist dann aber auch die Thematisierung der Bereiche Aktivitäten und der Partizipation eines psychisch kranken Menschen. In die Bereiche Aktivität und Partizipation fallen nach ICF: Lernen und Wissensanwendung, Allgemeine Aufgaben und Anforderungen, Kommunikation, Mobilität, Selbstversorgung und einige mehr. Maßnahmen, um die Aktivität und Partizipation zu verbessern, können beispielsweise sein:

–        Verbesserung der Selbstversorgung /Haushaltführung

–        Verbesserung der sozialen / kommunikativen Fähigkeiten

–        Aufbau von bedeutungsvollen Aktivitäten in der Freizeit

Anhand von Gesprächen, Beobachtungen und Assessments wird festgestellt, wo Einschränkung in den Bereichen der mentalen Funktionen und der Aktivität und Partizipation bestehen. Mit dem Klienten zusammen werden Ziele festgesetzt. Hierbei wird das interdisziplinäre Ziel beachtet und miteinbezogen. Die ICF ist ein sehr gutes Instrument, umauch anderen Berufsgruppen deutlich erklären zu können, wo wir in unserer Therapie ansetzen und was wir damit zu der Gesundheit des Patienten beitragen.

Mit freundlichen Grüßen | Andrea Briner | Dr. Frank & Partner Zürich