Die Chronomedizin beschäftigt sich mit den inneren Rhythmen. Neueste Studien aus diesem medizinischen Fachgebiet stellten fest, dass sich über die Hälfte aller Schlaganfälle zwischen den frühen Morgenstunden und Mittagsstunden ereignen. Ein Chronomedizinisches Forscherteam um Frank Scheer, von der Division of Sleep Medicine des Brigham and Women’s Hospitals in Bosten, stellte sich die Frage, warum gerade diese Tageszeit für Schlaganfälle prädestiniert ist.

Im Zusammenhang mit Schlaganfällen, stellten die Forscher um Frank Scheer fest, dass sich die Thrombozyten in dieser Tageszeit mehr verklumpen als zu späteren Tageszeiten. Als Gründe dafür sehen die Forscher die körpereigene Uhr, die die Zusammenballungsintensität der Blutplättchen steuert. Die Blutplättchen heften sich dabei an beschädigte Gefäßwandabschnitte, klumpen zusammen und können dann gemeinsam mit Fett- und Cholesterinbestandteilen das betroffene Gefäß im Hirngewebe verschließen. Wenn dies eintrifft, kommt es zu einem Schlaganfall. Die Thrombozytenansammlung selbst, wird von der Konzentration herumschwirrender Hormone und Gerinnungsfaktoren im Blut beeinflusst. Zusätzlich spielen die Gefäßwandspannung verschiedener Arterien und der Flüssigkeitshaushalt eine wichtige Rolle. Die körpereigene Uhr, die all diese Vorgänge steuert, sitzt im Gehirn. Sie stellt ein kleines Knötchen dar und wird als suprachiasmatischer Nukleus (SCN) bezeichnet. Diese innere Uhr SCN besteht aus ca. 10 000 spezialisierten Nervenzellen. Der SCN hat einen 24-Stunden Rhythmus und reagiert sensibel auf Licht und Dunkelheit, dem Haupttaktgeber unseres Lebens.

Wie die Wissenschaft diese Forschungsergebnisse für weitere Studien im Bereich des Schlaganfalls nutzen kann und ob mit diesen Ergebnissen langfristig eine Präventivbehandlung möglich ist, wird sich herausstellen. Da weitere Ursachen eines Schlaganfalls auch im Verhalten des Betroffenen zu finden sind, raten Fachleute zu folgenden Verhaltensweisen:

  • auf eine gesunde ausgewogene Ernährung achten
  • nicht rauchen
  • Alkohol nur in Maßen konsumieren
  • täglich eine halbe Stunde Bewegung an der frischen Luft

Dadurch kann in vielen Fällen das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, deutlich gesenkt werden.

Wer einen Schlaganfall erleidet, kann inzwischen aber auf eine gute Nachbehandlung zurückgreifen. So stehen ihm langfristig sowohl eine pharmakotherapeutische, eine physiotherapeutische, eine logopädische und eine ergotherapeutische Behandlung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen | Carola Rehm | Dr. Frank & Partner Zürich