Der Begriff Empowerment wurde von dem amerikanischen Sozialwissenschaftler Julia Rappaport (1985) geprägt. Unter Empowerment versteht man die Strategie, die Menschen dazu führen, ihren Grad an Autonomie und Selbstbestimmung in ihrem Leben zu erhöhen. Diese Strategie soll ihnen helfen, die eigenen Ressourcen zu entdecken und zu leben. Es gibt drei verschiedene Prozess Ebenen (individuelle, gruppenbezogene, strukturelle). Bei der individuellen Ebene befinden sich Menschen in einer Situation der Machtlosigkeit und wollen ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Die gruppenbezogene Ebene zielt darauf ab, im Kontext zu Organisationen oder der Gesellschaft Meinungen und Erfahrungen auszutauschen. Auf der strukturellen Ebene wird der Empowerment Prozess als Zusammenspiel von Menschen, Organisationen und strukturellen Rahmenbedingungen gesehen.

In der Sozialarbeit haben die Empowerment Konzepte von Beginn an Einzug erhalten. In den letzten Jahren findet das Empowerment immer mehr Eingang in Managementkonzepte. Dabei geht es um Organisationsentwicklung, die zu einer Organisationskultur führen soll, in der die Motivation und die Fähigkeiten der Mitarbeiter stetig wachsen soll. Durch ein ständiges weiterlernen und mehr Selbstbestimmung, soll die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter steigen. Ausserdem hofft das Unternehmen, dass es dadurch Kontrollkosten einsparen kann.

In der Ergotherapie werden Menschen auf ihrem Weg des Empowerment gefördert. Es werden gezielt die Stärken des Patienten gesucht und diese gefördert. Ergotherapeuten motivieren ihren Patienten, ihre Potenziale zu stärken und vor allem zu nutzen. Dies gibt unseren Patienten ein stärkeres Selbstvertrauen und Autonomie. Ausserdem gewinnen sie dadurch ein Stück ihrer Entscheidungsfreiheit zurück, sie können ihren eigenen Lebensweg selbstbestimmt gestalten und gewinnen Lebensfreude hinzu. Es wird die Balance wieder hergestellt. Seitens des Betroffenen braucht es ein Höchstmass an Motivation und den festen Willen. Der Betroffene sollte in der Lage sein, dass er seine Situation wahrnehmen und analysieren kann. Zusätzlich ist es wichtig, dass der Therapeut genau abwägt, ab wann er das Empowerment einsetzen kann. Handelt es sich beispielsweise um einen Menschen mit einer psychischen Erkrankung, der sich in einer akuten Krise befindet, so darf das Empowerment auf keinen Fall angewandt werden. Menschen in einer akuten Krise suchen Hilfe und brauchen bei der Entscheidungsfindung Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen | Carola Rehm | Dr. Frank & Partner Zürich