In meinem letzen Artikel habe ich bereits einen Überblick über die umschriebene Entwicklungsstörung der schulischen Fertigkeiten gegeben.

In diesem Zusammenhang stelle ich heute das Störungsbild der umschriebenen Entwicklungsstörung der motorischen Fähigkeiten vor.

Durch die motorische Entwicklung  des Kindes beginnt jedes Baby seine Umwelt zu erkunden. Es robbt über den Boden, es greift nach allen Dingen die es um sich herum sieht. Dabei kommt es mit seiner Umwelt in Kontakt, was auch der Entwicklung der Wahrnehmung dienlich ist. Somit ist es eine der wichtigen Grundsteine für die kindliche Entwicklung. Da liegt es nahe, dass wenn schon ein Grundstein einer Pyramide nicht fest steht, auch alle anderen Steine zu wackeln beginnen, wenn man sie auf den Grundstock aufbaut.

Bei Kindern fällt auf, dass sie in ihrer motorischen Entwicklung deutlich langsamer sind als Gleichaltrige, oder sie wirken „ungeschickt“ oder haben Probleme beim Hüpfen, Klettern oder beim Fangen. Die anfänglich noch als „tollpatschig“ bezeichneten motorischen Problemen bei Kleinkindern wirken sich bei zum Beispiel Schulkindern schon ganz anders aus. Hier ist es nicht mehr „süß“ als tollpatschig bezeichnet zu werden. Hier muss man sich anstrengen, um eine sauberere Handschrift vorzuweisen. Da sie es aber nicht schaffen, kann es auch zu großer Unzufriedenheit führen.

Es gibt ein Sprichwort, was mir dazu einfällt: „Kleine Kinder – kleine Sorgen, große Kinder – große Sorgen!“ Aber man darf natürlich nicht außer Acht lassen, dass es auch bei dieser Störung eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten gibt. Wichtig ist es, die Störung frühzeitig zu diagnostizieren und mit der Therapie anzusetzen.

Wie auch schon bei der umschriebenen Entwicklungsstörung der schulischen Fähigkeiten bedarf es bei der Diagnostik mehrere Testverfahren. Zum Beispiel standardisierte testverfahren zur Überprüfung von Fein- und Grobmotorik.

Wenn Ihnen als Eltern an Ihrem Kind etwas auffällt, zögern Sie nicht Ihren Kinderarzt danach zu fragen. Denn je früher man mit einer therapeutischen Unterstützung beginnt, desto bessere Chancen bieten sich dem Kind in seinem weiteren Leben.

Mit freundlichen Grüßen | Christina Barthold | Dr. Frank & Partner München