Was ist Demenz?

Die Definition von Demenz lautet nach ICD10:

F00-F03 „Demenz ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet, gelegentlich treten diese auch eher auf.“ (www.icd-code.de)

Demenz ist die häufigste organisch bedingte psychische Störung, bei geschätzten 1 – 1,3 Millionen Menschen in Deutschland wurde die Diagnose Demenz, in unterschiedlichen Formen, gestellt. Das Kardinalsymptom der Demenz ist immer noch die Gedächtnisstörung. Das Krankheitsbild umfasst jedoch ein vielgestaltiges Bild mit unterschiedlichsten Symptomen.

Im Folgenden sind die häufigsten aufgelistet:

kognitive Symptome psychische Symptome physische Symptome
Gedächtnisstörung

Störung der Urteilsfähigkeit

Orientierungsstörung

Aufmerksamkeitsstörungen

exekutive Dysfunktion

Aphasie

Apraxie

Angst, Misstrauen, Furcht

Depressivität

Halluzinationen, Verkennen

Unruhe, Agitiertheit

Aggressivität

Sammeltrieb

Schlafstörungen

Mobilitätseinschränkungen

Schmerzen

Sensibilitätsstörungen

Inkontinenz

Schluckstörungen

Aus der Übersicht lässt sich erkennen, dass sich die Symptome der Demenz nicht auf einen Bereich beschränken sondern das Leben des Erkrankten ganzheitlich beeinflussen. Meist fallen die Einschränkungen den Patienten selbst nicht so früh auf wie den Menschen in ihrer Umgebung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Diagnose Demenz folgende Merkmale umfasst:

  • Abnahme der Gedächtnisleistungen
  • Abnehme der kognitiven Funktionen
  • Kein Hinweis auf ein vorübergehendes Delir
  • Störung der Affektkontrolle, Antrieb oder des Sozialverhaltens
  • Störungen bestehen über mindestens 6 Monate
  • Einschränkungen der beruflichen und sozialen Fähigkeiten
  • keine Demenz ohne Merkfähigkeitsstörung bzw. Störung des Gedächtnis –> umgekehrt ist nicht jede Gedächtnisstörung ist Ausdruck eines dementiellen Prozesses!

Formen der Demenz

  • Degenerative Demenz
  • Morbus Alzheimer (im Allgemeinverständnis als Demenz bekannt)
  • frontotemporale Demenz
  • Lewy-Körperchen Demenz
  • vaskuläre Demenz
  • Korsakow-Syndrom
  • nach klassifizierter Krankheit
  • Creutzfeld-Jakob-Krh, Chorea Huntington, HIV-Infektion, Morbus Parkinson
  • „Pseudo-Demenz“
  • nicht-organische, psychische Störung
  • meist Gedächtnisdefizite durch depressions-bedingte Aufmerksamkeitsstörung
  • Behandlung mit Antidepressiva

Stadien der Krankheit Morbus Alzheimer

Das Anfangsstadium ist geprägt durch einen schleichenden Beginn der Abnahme der Merkfähigkeit. Es treten Wortfindungs- und Orientierungsstörungen auf, die die Selbstständigkeit in den ADLs (Aktivitäten des täglichen Lebens) und der Berufstätigkeit kaum beeinflussen. Auftretende Defizite können einfach kaschiert werden. Meist merken nur die Betroffenen die Defizite und ziehen sich aus Angst sozial zurück.

Im Mittleren Stadium zeigen sich schwere kognitive Einschränkungen wie Aphasie, Apraxie und Verlust der Kulturtechniken. Auch werden die psychischen Erkrankungen wie Depression, Aggression, Angst und Wahnvorstellungen stärker. Starke Weglauftendenzen zeigen sich und der Tag-Nach-Rhythmus verändert sich.

Das schwere Stadium wird „Versunkenes Ich“ genannt, in diesem Stadium sind kaum konitive Fähigkeiten erhalten. Erinnerungen beziehen sich nur noch auf die Kindheit. Die körperlichen Symptome werden ebenfalls zunehmen stärker bis hin zu Schluckstörungen, Tonuserhöhung und Spastizität.

Daraus wird ersichtlich, dass die Demenz eine fortschreitende Krankheit ist.

Die Ergotherapie bei Demenz

Aufgrund des fortschreitenden Verlaufs ist die Zielsetzung der Ergotherapie der Erhalt der bestehenden Fähigkeiten. Die Zurückgewinnung verlorengegangener oder abnehmender Fertigkeiten sollte trotzdem nicht aus den Augen verloren werden, da hier häufig Ressourcen bestehen, die die Behandlung unterstützen können.

Diagnostische Verfahren der Ergotherapie testen die verschiedenen Bereiche körperliche Selbstversorgung, Mobilität, Emotionalität und Kognition. Auch hier steht der ganzheitliche Ansatz (180° Modell) im Vordergrund.

Die ergotherapeutischen Behandlungsansätze umfassen zum Beispiel:

  • Biographiearbeit
  • 10 Minutenaktivierung
  • Handwerkliche Tätigkeiten
  • Hirnleistungstraining
  • Umfeldanpassung
  • Hilfsmittelversorgung
  • Tiergestützte Therapie

Häufig werden auch Gruppen angeboten um die soziale Interaktion unter den Patienten zu fördern und um den sozialen Rückzug zu verhindern.

Wichtig ist bei der Therapie immer, dass sie an den Einzelnen angepasst wird, umso die Ziele klientenzentriert zu wählen und damit den Erfolg der Therapie zu sichern.

Ich hoffe der Artikel konnte Ihnen einen Überblick über das Krankheitsbild sowie die Möglichkeiten der Therapie schaffen.

Mit freundlichen Grüßen | Wiebke Bartonitz | Dr. Frank & Partner München